Granada – Unsere ersten Tage in Nicaragua

Wir haben im Vorfeld lange übergelegt, ob wir nach Nicaragua reisen sollen oder nicht. Nicaragua soll seinem Nachbarland Costa Rica ähneln, aber weniger touristisch und deutlich günstiger sein. Hörte sich eigentlich perfekt an! Die Ausschreitungen in 2018 haben uns jedoch verunsichert, ob es sicher genug ist. Schließlich haben wir uns dafür entschieden und wollten dem Land und den Menschen eine Chance geben uns zu begeistern. Unser erstes Ziel in Nicaragua lautete Granada!

Unsere Zeit in Granada…

  1. Anreise nach Granada
  2. Unsere erste Hostelerfahrung
  3. Granada – Kolonialstadt im viktorianischen Stil
  4. Laguna de Apoyo
  5. Masaya Vulkan Nationalpark

Anreise nach Granada

Bereits von Kuba aus haben wir online ein Busticket von San José nach Managua bei Ticabus gebucht. Obwohl wir die Hauptstadt aufgrund der vorangegangen Proteste und Ausschreitungen eigentlich meiden wollten, war dies online die einzige Möglichkeit. Am Morgen unserer Abreise waren wir früh im Ticabus-Office, um zu klären, wo der Bus auf dem Weg hält und ob es für uns Sinn macht, früher auszusteigen. Schließlich wollten wir direkt nach Granada und würden sonst noch am selben Tag von Managua aus wieder Richtung Süden fahren, was einfach nur sinnlos wäre. Vor Ort haben wir jedoch erfahren, dass manche Busse sogar direkt über Granada fahren – nur leider unserer nicht! 

Ausreise aus Costa Rica

Im Bus waren außer uns nur wenige andere Touristen und ansonsten viele Nicaraguaner, die zurück nach Hause fuhren. Als wir uns der Grenze näherten gab der Busfahrer verschiedene Instruktionen durch, doch wir haben nichts verstanden. Dies fiel dem Herrn neben uns auf und er hat uns mit Händen und Füßen verständlich gemacht, was wir zu tun hatten. Zuvor hatte er uns schon viel angelächelt und wir hatten das Gefühl er freut sich, dass wir als Touristen in sein Land reisen möchten.

An der Grenze mussten wir aussteigen und zunächst auf der costa-ricanischen Seite ausreisen, d.h. uns einen Stempel im Pass abholen. Außerdem muss man eine Ausreisegebühr entrichten (ca. 7$), die wir aber direkt an Ticabus bezahlt haben. Auf dem Weg zum Grenzbüro hat uns ein Herr auf Deutsch angesprochen. Er war Deutsch-Nicaraguaner und hatte lange Zeit in Mainz gewohnt. Das war natürlich ein Zufall! Von da an haben wir uns an ihn gehangen. Er wusste genau wie alles läuft, schließlich hatte er die Grenze schon mehrere Male überquert.

Einreise nach Nicaragua

Mit dem Bus ging es ca. 100m weiter über die Grenze. Beim Aussteigen auf der anderen Seite der Grenze wurden unsere Pässe und eine Einreisegebühr (ca. 14$) eingesammelt. Das hat uns weniger gefallen und ohne Pass haben wir uns richtig unwohl gefühlt! Unser neuer Bekannter versicherte uns jedoch, dass das normal sei und die Einreise so schneller ginge. Wir mussten den nicaraguanischen Grenzbeamten ein paar Fragen zur Dauer unseres Aufenthalts und unserer ersten Unterkunft beantworten und unser gesamtes Gepäck wurde durchleuchtet. Danach ging es wieder zum Bus. Dort haben wir ca. eine Stunde gewartet während der Bus durchsucht wurde. 

Wir haben den Herrn dann auch gefragt, wie wir am besten nach Granada kommen, da der Bus ja eine andere Route fährt. Er hat uns empfohlen kurz hinter Nadaime an einer Abzweigung auszusteigen und von dort aus den Bus nach Granda zu nehmen. Netterweise hat er das auch mit dem Busfahrer abgeklärt und unserer Gepäck wurde zuletzt wieder eingeladen, sodass wir schnell dran kommen würden. 

Beim Einsteigen haben wir dann auch schließlich unsere Pässe inkl. des nicaraguanischen Einreisestempels wieder bekommen. Uns ist schleierhaft, wie die Grenzbeamten allerdings kontrollieren, wer tatsächlich einreist, wenn sie keinen Pass zum Abgleich haben. 

Wichtige Info!

Hier noch mal der Hinweis an alle, die überlegen von Costa Rica nach Nicaragua über dem Landweg zu reisen: Es ist super wichtig, dass man in beiden Ländern jeweils einen Einreise- und Ausreisestempel bekommt. Ansonsten kann man bei der Ausreise erhebliche Probleme bekommen!

Wie versprochen hat der Bus für uns gehalten. Da inzwischen natürlich alle wussten, wo wir hinwollten und das wir kaum Spanisch sprechen, ist der 2. Busfahrer (auf längeren Fahrten gibt es meistens 2 Fahrer) mit uns ausgestiegen und hat einem wartenden privaten Taxifahrer gesagt, wo wir hinmöchten. Dieser hat ihm den Preis genannt und nachdem der Busfahrer meinte, dass der Preis sehr gut sei, sind wir für umgerechnet 5 € mit dem Taxi nach Granada gefahren. Das war uns dann die Mehrkosten wert, statt am Straßenrand auf den nächsten Bus warten zu müssen. Nach insgesamt acht Stunden sind wir dann gut an unserem Hostel angekommen. Somit hat alles super geklappt und wir haben bereits bei unserer Einreise die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Nica (so nennen sich die Nicaraguaner selbst) kennen gelernt.

Unsere erste Hostelerfahrung

In Granada haben wir das erste Mal auf unserer Reise in einem Hostel übernachtet. Wir vergleichen immer die Preise von Airbnb Unterkünften mit einem privaten Zimmer in einem Hostel. In Granada war das Hostel dann die deutlich günstigere Option und so haben wir über Hostelworld drei Nächte im Oasis Hostel in Granada gebucht.

Das Hostel war wirklich schön. Es hatte viele Chillmöglichkeiten (Hängematten & Sofas), einen Billardtisch, eine Tischtennisplatte und sogar einen kleinen Pool. Unser Zimmer war sehr einfach, aber sauber. Tatsächlich war es eigentlich ein Vierbettzimmer. Zu dem Zimmer gehörte auch ein eigenes Bad, was uns einen kleinen Aufpreis wert gewesen war. Der Nachteil war jedoch, dass es in Granda sehr heiß und unser Zimmer unter dem Dach gelegen war. Anstelle einer Klimaanlage gab es drei Ventilatoren, die das Schlafen halbwegs erträglich gemacht haben.

Am nächsten Morgen stellten wir jedoch fest, dass wir im Bad kein Wasser hatten. Als wir nachfragten, wurde uns gesagt, dass es ganz normal sei und diese Woche die eine Hälfte des Hostels (unsere Hälfte) vormittags aufgrund von Straßenarbeiten kein Wasser hätte. Wir könnten stattdessen die Gemeinschaftsbäder auf der anderen Seite des Hostels nutzen. Vielen Dank für die Info! Das hätte man uns auch beim einchecken sagen können, dann hätten wir uns das private Badezimmer und den letzten Klogang gesparrt… Aber gut, wir wollen ja weniger „Deutsch“ sein und uns etwas mehr die gelassene und entspannte Einstellung der Lateinamerikaner aneignen. Also haben wir beide Augen zugekniffen und uns nicht weiter aufgeregt. 

Im Preis inbegriffen war auch das Frühstück. Man konnte zwischen Pancakes mit Banane und Müsli wählen. Falls man Lust auf Eier hatte, konnte man dort welche kaufen und sich diese selber zubereiten. Wir haben immer Pancakes gegessen, die auch wirklich gut geschmeckt haben 🙂

Granada – Kolonialstadt im viktorianischen Stil

Als wir uns vorab über Nicaragua informiert hatten, lasen wir, dass Granada eine Kolonialstadt im viktorianischen Stil und die schönst Stadt in Nicaragua sei. Auch andere Backpacker haben uns von Granda vorgeschwärmt. Entsprechend gespannt sind wir direkt nach unserer Ankunft auf Entdeckungstour gegangen. Unser erster Eindruck war jedoch nicht ganz so positiv. Wir haben die Stadt als  laut, schmutzig und sehr wuselig empfunden. Wir sind die Hauptstraße entlang spaziert und überall auf den Bürgersteigen hatten Einheimische ihre kleinen Marktstände aufgebaut, wo man jeglichen Kram kaufen konnte. Die Häuser waren sehr einfach und teilweise stark heruntergekommen . Vom viktorianischen Stil war hier nicht viel zu erkennen.

Es waren nur wenige Touristen unterwegs, dennoch wimmelte die Stadt vor Menschen und jeder wollte uns irgendetwas verkaufen. Während wir die Straße entlang liefen, fühlten wir uns wie in einer anderen Welt und hatten unseren ersten kleinen Kulturschock.

Wir haben uns jedoch nicht unterkriegen lassen und unsere Entdeckungstour fortgeführt. Wir haben ein paar kleine Seitenstraßen genommen und sind schließlich an einem Platz heraus gekommen. Dort war es etwas ruhiger und um den Platz herum, waren nun wirklich einige schöne alte Bauwerke im viktorianischen Stil. 

Kirche im viktorianischen Stil in Granda
Kirche im viktorianischen Stil in Granada

Von dem Platz geht auch die Restaurantmeile der Stadt ab. Ein Restaurant reiht sich hier an das nächste. Wir waren von dem vielfältigen Angebot an internationale Küche überrascht. In Granada (und allgemein in Nicaragua) haben wir auch wirklich immer richtig lecker gegessen. 

Beleuchtete Straßen mit vielen Restaurants in Granada
Restaurantmeile in Granada

Auf dem zweiten Blick hat uns Granada dann doch besser gefallen, allerdings können wir den Hype um die Stadt trotzdem nicht so ganz verstehen. Zudem ist die Stadt kleiner als wir sie uns vorgestellt haben und ein halber Tag bis maximal ein Tag reicht aus, um die Stadt zu erkunden.

Laguna de Apoyo in der Nähe von Granada

Da uns ein halber Tag gereicht hat, um Granada zu erkunden, haben wir am nächsten Tag einen Ganztagesausflug über unser Hostel gebucht.  Zunächst ging es zur Laguna de Apoyo. Unser Hostel arbeitete mit dem Paradise Hostel an dem Kratersee zusammen und man konnte dort den Tag verbringen. Mit einem Kleinbus wurden wir zu einem Aussichtspunkt gebracht. Der See, der durch mehrer Vulkanausbrüche vor vielen vielen Jahren entstanden ist, ist richtig groß. Obwohl die Wolken recht tief hingen und es nebelig war, hatte man dennoch ein schöne Aussicht auf die Lagune.

Laguna de Apoyo in der Nähe von Granada
Aussicht vom Paradise Hostel auf die Laguna de Apoyo

Danach ging es weiter zum Paradise Hostel, das direkt an dem Kratersee liegt. Man konnte dort in Liegestühlen oder Hängematten entspannen und zur Abkühlung in den See gehen. Zusätzlich hatte man die Möglichkeit kostenlos Kajaks zu leihen und so den See zu erkunden. Michi und ich habe das auch ausprobiert. Nach kurzer Zeit sind wir jedoch zurück gekehrt, da es eine sehr wackelige Angelegenheit war.

Leider war das Wetter an diesem Tag nicht ganz so super und der Himmel die meiste Zeit bewölkt. Auch wenn es uns gut gefallen hat, wäre es bei sonnigem Wetter bestimmt nochmal deutlich schöner gewesen. 

Masaya Vulkan Nationalpark

Am Nachmittag wurden wir wieder abgeholt und sind zum Masaya Vulkan gefahren. Dieser liegt im Masaya Vulkan Nationalpark. Es gibt dort eigentlich drei Vulkane. Der ursprüngliche Vulkan ist nicht mehr aktiv. Aus diesem hat sich der Masaya Vulkan entwickelt. Zusätzlich gibt es noch einen kleinen neuen Vulkan, der jedes Jahr 1-2 cm wächst. Wir hoffen, wir haben das so richtig behalten! Der Masaya Vulkan ist noch sehr aktiv. Die letzte Eruption war 2017 und es ist nur eine Frage der Zeit bis er wieder ausbricht. 

Als wir ankamen haben wir bereits den leichten Schwefelgeruch wahrgenommen. Nach einem kurzen Blick in den Krater – bei Tageslicht konnte man noch nicht viel sehen- haben wir den alten Vulkan bestiegen. Der Anstieg war wirklich steil und ziemlich anstrengend. Oben angekommen hatten wir eine tolle Aussicht auf die Vulkan- und Kraterlandschaft und haben dort den Sonnenuntergang geschaut. 

Sonnenuntergang im Masaya Vulkan Nationalpark
Sonnenuntergang im Masaya Vulkan Nationalpark

Unser Guide hat uns auch ein paar Geschichten über den Masaya Vulkan erzählt. So sollen unter der Diktatur von Anastasio Somoza Debayle politische Gefangene von einem nahegelegenen Foltergefängnis mit einem Hubschrauber in den Vulkan geworfen worden sein.

Nach Sonnenuntergang sind wir wieder zurück gegangen und konnten dann unten im Vulkan das brodelnde Lava sehen. Das war wirklich ein unglaublich beeindruckender Moment für uns! Dieses Naturereignis hat uns total fasziniert. Etwas unheimlich war es allerdings auch, schließlich weiß man nicht sicher, wann der Vulkan das nächste Mal ausbricht.

Der Blick in den Masaya Vulkan
Der Blick in den Masaya Vulkan: Ganz unten konnte man klar das brodelnde Lava erkennen. Ein einzigartiger Moment!

Seid ihr neu auf unserem Blog? Dann könnt ihr hier mehr über uns erfahren. Oder lest under diesem Link den ersten Blogbeitrag unserer Weltreise!

Falls euch interessiert, was wir noch alles in Nicaragua erlebt haben, dann meldet euch doch für unseren Newsletter an. Hier geht’s zur Anmeldung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.